Kaiserbergfest bei
Kaiserwetter
Tausende verbrachten gestern unterm Heubergturm schöne Stunden /
Weinprinzessin Elvira Strecker: "Sie haben’s schön hier".
Badischer Wein, von der Sonne
verwöhnt. Wenn es noch eines Beweises für diesen gelungenen Slogan bedurft
hätte, gestern wurde er gegeben. Unter südlicher Sonne tummelten sich
Weinliebhaber und Sonnenhungrige zu Hunderten, ja wenn nicht gar zu Tausenden auf
der Festwiese unterm Heubergturm. Die Festbänke waren voll besetzt mit
Besuchern aus den Gastgebergemeinden Ringsheim, Herbolzheim und Ettenheim.
Viele kamen auch von weiter her, um das Kaiserbergfest mitzufeiern, dem
Weinfest mit dem weit und breit wohl schönsten Ausblick.
Zu den weit
angereisten zählte Weinhoheit Elvira Strecker vom "Gehri-Hof" in
Heuweiler. Seit August ist die 22-jährige Erzieherin als Breisgauer
Weinprinzessin erste Botschafterin der Weinbauregion. An der Seite von
Herbolzheims Bürgermeister Ernst Schilling hatte sie sich im schwarzen Dirndl
zu Fuß vom Torhaus hinauf auf die Festwiese gemacht, um als Ehrengast das Fest
zu eröffnen.
Diese Zeremonie hat beim Kaiserbergfest ebenso Tradition wie der Fußmarsch aus
dem Tal auf die Anhöhe auf 213 Metern über dem Meer. Gleich aus vier Richtungen
(Ettenheimweiler, Ettenheim, Ringsheim und Herbolzheim) hatten sich am Morgen
die ersten Hundertschaften in Richtung Festwiese aufgemacht. Traditionell
zählten die drei Rathauschefs der Gastgebergemeinden zum Fußvolk dazu.
Tradition hat auch der ökumenische Freiluftgottesdienst, Abschluss der
morgendlichen Weinwanderungen und Auftakt des Weinfestes zugleich. Mehr als 500
Festgäste hatten die Sitzplätze unterm Heubergturm schließlich eingenommen und
feierten gemeinsam mit den Pfarrern Martin Sauer aus Herbolzheim und Frank
Schleifer aus Ettenheim den Gottesdienst. Umrahmt wurden Gesang und Gebet unter
der Sonne von der Musikkapelle Ringsheim. Im Festverlauf wurden die Ringsheimer
vom Musikverein Münchweier und der Akkordeongruppe Herbolzheim bei der
musikalischen Unterhaltung unterstützt.
Turnusmäßig sprach Ringsheims Rathauschef Heinrich Dixa die Gastgebergrußworte.
Er erinnerte an die Vorgeschichte dieses Weinfestes, das gestern zum zwölften
Mal als Coproduktion der drei Kaiserberg-Kommunen gefeiert wurde. Vor mehr als
einem Jahrzehnt habe die Weinbauregion Breisgau zwischen Kaiserstuhl und der
Ortenau noch nach Anerkennung gerungen, nicht bei den Kennern, wohl aber bei
einem breiteren Publikum. "Die Zeit war reif, für ein Weinfest der
besonderen Art", erklärte Dixa und strahlte mit der Sonne um die Wette,
weil "wir drei Kommunen gemeinsam mit diesem Event etwas ganz besonderes
geschaffen haben". Dem wollte Elvira Strecker nicht widersprechen, die
sich erst gar nicht Weinliteratur oder gedrechselter Worte zur Eröffnung
bemühte, sondern es einfach "schön fand, hier herauf zu wandern und mit
Weinliebhabern ein schönes Fest zu feiern. Sie haben’s einfach schön
hier."
Fortan wurde getrunken und gevespert. Wer genug vom Sitzen hatte, oder Schatten
suchte, machte einen Platz frei und flanierte durch die Weinberge; zum Gefallen
manch Neuankömmlinge, denn der Besucheransturm blieb bis in die späten
Nachmittagsstunden ungebrochen. Das war aber nicht schlimm, denn das Wichtigste
ging gestern nie aus: Sonne, Wein und Festfreunde gab es satt.